Muster und Flächen

Künstlerisch abstrakte Auseinandersetzung mit Mustern und Flächen

„Network“, Siebdruck auf Büttenpapier, 52,5 x 75,5 cm
„Wabengalaxie“, Acrylfarbe auf Papier, 48 x 67,5 cm
„Wabenhügel“, verschiedene Materialien auf Papier, 21,5 x 30 cm

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In meiner Master-Thesis setzte ich mich 2013 mit künstlerisch experimentellen Verfahrensweisen der Malerei und mit Druckgrafiken auseinander. Im Mittelpunkt der Arbeit stand das Thema „Muster und Flächen“.

Meine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema führte zu einer gesteigerten Wahrnehmung von Mustern im Alltag. Wo auch immer das Auge hinblickt, entdeckt es Muster. Ob zu Hause, draußen in der Natur, in der Stadt oder in der Modewelt, die Vielfalt von Mustern ist überall zu entdecken. Mich fasziniert die Harmonie der sich wiederholenden und variierenden Flächen, stellenweise trotz einer scheinbar chaotischen Anordnung. Zudem begeistert mich der spannende Moment, wenn sich neue Formen und Flächen ergeben, sobald Muster versetzt oder in einem anderen Winkel übereinander gelegt werden. Muster können sich ausbreiten, sich vertiefen und organische Formen annehmen.

Meine Intention war es, mittels experimenteller Verfahren Muster zu finden, die Chaos und Ordnung miteinander vereinen. Für die Umsetzung verwendete ich Siebdruck, Malerei und Zeichnung. Meine Arbeitsweise war dabei sehr intuitiv. Ich ließ mich vom Material überraschen und leiten. Zufällig entstandene Formen griff ich auf, um aus ihnen das Werk entstehen und wachsen zu lassen. Hierbei diente mir Siebdruck als Inspirationsquelle, die ich für meine Malereien nutzte. Teilweise sind meine Arbeiten auch eine Kombination aus Siebdruck und Malerei. Fundstücke wie Stoff oder Luftpolsterfolie dienten mir als Material zur Umsetzung von Mustern, die entweder spontan entstanden oder gezielt der Natur nachempfunden wurden. Hauptsächlich interessierten mich Wabenformen und verästelte Strukturen, wie sie in Blättern, Adern, Zellgewebe oder anderen organischen Formen zu finden sind. Das Muster soll wachsen und sich ausbreiten und den Betrachter an die Vielfalt von Mustern erinnern, die ihn umgeben und die er in sich selbst entdecken kann.

 Definition des Musters

Die Bezeichnung „Muster“ charakterisiert eine kontinuierliche Struktur, die sich so oft wiederholt, dass eine gewisse Fläche bedeckt wird. Das Wort wurde im 15. Jahrhundert aus dem italienischen „mostra“ (Zeichen, Schaustellung, Ausstellung) entlehnt, das auf das lateinische „mōnstrāre“ (zeigen, hinweisen, anweisen“) zurückgeht. 

Alles kann zum Muster werden, wenn man es wiederholt. Sie können sich überall bilden – ob in Pflastersteinen, Zäunen oder in einem Tor. Das Prinzip der Wiederholung ist das entscheidende Kriterium des Musters. Je regelmäßiger und symmetrischer es ausfällt, desto besser erkennt man es. Doch auch unregelmäßige verzerrte Muster werden als solche erkannt, das heißt, wenn ein Muster beispielsweise durch die Perspektive verzerrt wird, kann der Betrachter es dennoch als Muster wahrnehmen. 

 Muster der Natur

Es gibt die Unterscheidung zwischen Mustern, die vom Menschen erschaffen werden und denen die von der Natur erzeugt werden. Erstere sind Muster, die von Künstlern, Architekten oder Designern entworfen werden, während es sich bei den natürlichen Mustern um solche handelt, wie sie z.B. in Blumen, Blättern oder auf Wasseroberflächen vorkommen. Solche Muster, die vom Menschen erschaffen werden, leiten sich immer auch von den Mustern der Natur ab. Dabei werden die Naturformen meist stark abstrahiert, so dass die ursprüngliche Form kaum noch zu erkennen ist. Schon vor Jahrtausenden hat der Mensch Gewebe, Tongefäße, Werkzeug, Bauten, also Nutzgegenstände mit Mustern dekoriert. Menschen ahmen Muster von den Objekten nach, die sie in ihrer Umgebung beobachten. Deshalb ändern sich je nach Umgebung auch die Muster. Der Mensch ist Teil der Natur. Die Natur wiederholt den Aufbau, aber niemals die identischen Formen. Anders als Maschinen kann auch der Mensch keine Gegenstände herstellen, die exakt gleich sind. In der Natur kommen Muster häufig wiederholt vor. Zum Beispiel ist der Aufbau bei allen Blattmustern gleich, auch wenn die Blätter verschieden aussehen. Die Muster verändern sich ständig und entwickeln sich weiter. Das Baum-Muster taucht in der Natur auch sehr oft auf, im Menschen wiederholt es sich immer wieder. In der Natur dienen Muster immer einem bestimmten Zweck, deswegen muss herausgefunden werden, welchen Sinn sie haben, um sie verstehen zu können. Leonardo Da Vinci untersuchte in seinem Skizzenbuch u.a. das Muster des Wassers in seinen verschieden Bewegungsformen, um die Muster der Natur zu verstehen. Ein Gegenstand gewinnt durch seine Verwandtschaft mit anderen Dingen an Wert und Bedeutung. In der Natur sind immer Material, Zweck und Umgebung im Einklang. Der Mensch versucht in seiner Schöpfung solch eine enge Verbindung herzustellen. Nicht nur, dass die Muster in der Natur alle einen praktischen Sinn haben, sie beruhen auch auf mathematischen Prinzipien, die sich in Zahlen und Formeln ausdrücken lassen.