Kristalline Formen und Strukturen

Künstlerisch abstrakte Auseinandersetzung mit Formen und Strukturen

„Komposition IV“, Pastellkreide auf Papier, 36 x 48 cm
„Rising Composition“, Acryl/Graphit auf Papier, 146 x 66 cm

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2011 habe ich mich mit dem Thema “Kristalline Formen und Strukturen” im Rahmen meiner Bachelor Thesis auseinandergesetzt. Die Ansätze dabei waren sehr verschieden.

Einer meiner Schwerpunkte lag auf Farbe und Komposition in der Darstellung kristalliner Formen. Durch das Anordnen von Farbflächen und sich in transparenten Schichten überschneidender Flächen sollte die Dynamik des Futurismus transportiert und gleichzeitig, wie es im Rayonismus der Fall ist, die Darstellung der vierten Dimension, des Lichtes, zum Ausdruck gebracht werden.

Als Arbeitsmaterial verwendete ich verschiedene Malmittel und Malgründe. Unter anderem Velourpapier und Kreide. Velourpapier ist ein spezielles Samtpapier, das eine plüschartige Oberfläche besitzt, auf der sich die Kreide-Partikel gut festsetzen können. Die Farbintensität der Kreide kommt so wesentlich besser zur Geltung, als auf glattem Papier. Bei den Kreide-Arbeiten kam es mir hauptsächlich auf die Komposition der Kreideschichten und den transparenten Effekt an. Farblich beschränkte ich mich bei diesen Bildern auf zwei bis drei Farben. Licht spielte sehr schnell eine wesentliche Rolle. Lichtreflexe tauchen immer wieder auf und tragen dazu bei, dass ein kristalliner Eindruck entsteht. Zudem wirken die Farbstreifen selbst wie Lichtstreifen.

Ein anderer Ansatz war der Einsatz von Acrylfarbe aufgetragen auf aufgespannten Stoff. Hiebei kam es mir vor allem auf das Zusammenspiel von Farben, sowie auf die Anordnung von Flächen und Formen an. Es war mir wichtig, dass die Farben sich gegenseitig in ihrer Wirkung steigerten und den Betrachter in das Bild hineinziehen. Durch die komplexe Anordnung von Farbstreifen und -flächen mittels eines breiten Pinsels erzeugte ich Tiefenwirkung und abstrakte Räumlichkeit. Hierbei bestand die Schwierigkeit darin, die Tiefenwirkung nicht durch Überlagerung zu vieler Farbschichten zu ruinieren und das gesamte Bild zu ersticken.

Auch wenn es sich um eine ganz andere Arbeitsweise handelte, da nun Acrylfarbe auf Stoff, statt Kreide auf Velourpapier, meine Arbeitsmaterialien ausmachten, zielten beide Herangehensweisen darauf ab, Streifenformen so zu komponieren, dass sie die Komplexität eines Kristalls widerspiegelten. Zudem spielen Licht und Transparenz immer wieder eine wesentliche Rolle.

Genauso auch in einer weiteren Auseinandersetzung, bei der es darum ging, Farbflächen so anzuordnen, dass sie kristalline Assoziationen hervorrufen und den Betrachter durch ihre Linienführung verwirren. Dazu diente mir Kreppklebeband, mit dem ich die unterschiedlichen Flächen geradlinig voneinander abgrenzen konnte. Das Spiel mit der Transparenz faszinierte mich sehr. Zum einen wegen der dadurch erzeugten Räumlichkeit, zum anderen wegen der Hervorbringung einer dritten Fläche, sobald sich zwei Flächen überschneiden und die obere der beiden transparent aufgetragen wird. Dadurch konnte ich komplexe Kompositionen kreieren und dem Bild Dynamik verleihen. Um diese Wirkung zu verstärken, habe ich im Werk „Rising Composition“ auf jegliche Farbigkeit verzichtet und die Farbpalette auf Schwarz-, Weiß- und Grautöne reduziert.